Am 08.11.2018 referierte Herr Dr. Ing. Roland Stenzel in der „Alten Pforte“ zu den Forschungen der Freunde der Mineralogie Dresden zum Thema:

 

"Gold aus Böhmen und dem Erzgebirge"

Nach der Begrüßung stellte der Vorsitzende Herr B. Heine kurz die Arbeit des Fördervereins vor, auch  um interessierte und engagierte Bürger als förderndes oder aktives Mitglied zu gewinnen.

Die Zeit einer technischen Pause nutzte der ebenfalls aus Dresden angereiste Herr R. Böhme, um auf einige Goldvorkommen in der Lausitz und Dresden hinzuweisen, die von Ihm erfolgreich untersucht wurden (Proben wurden betrachtet).

Herr R. Stenzel setzte dann seinen Vortrag fort, u.a. mit:

-der Einteilung der Goldbezeichnungen (z.B. Berggold-im Gestein, Waschgold-als Seifengold in Bächen, Barrengold-als Wertanlage)

-der geologische Entstehung (an die Böhmische Masse gebunden vor ca. 300 Mill. Jahren)

-der  Goldförderung im römischen Reich (ca. 1900t)

-der Aufbereitung und Goldverarbeitung (z.B. böhm. Krone aus dem 12. Jhd. wurde aus böhmischen Gold hergestellt!)

-zahlreichen Bildern mit Golderzen (als chem. Goldverbindungen- nicht so bekannt)

-verschiedenen Ortsbezeichnungen in Beziehung mit Goldwaschen, z.B. Jilove südl. von Prag als deu. Übersetzung Eule- dieser Name kommt auch bei Schmiedeberg vor oder Goldstampe im Rabenauer Grund oder Seifersdorf oder Seiffen, wobei die Tätigkeit des Waschens (auch Zinn?) die Herkunft deuten könnte

-auch auf die „Aufkonzentrierung“ der sich kreuzenden silberhaltigen Erzgänge im Gebiet von Dippoldiswalde ging er ein

und endete mit einer Kurzvorstellung von regionalen sowie internationalen Gebieten auf Goldbergbau.

 

Zahlreiche Handstücke wurden während des sehr interessanten Vortrages herumgereicht

und für die Getränkeversorgung zu freundlichen Preisen standen einige Mitglieder des Fördervereins ein.

Ein gelungener Abend- dafür bedanken sich die über 20 Gäste bei den Referenden und Organisatoren.

 R. Gühne


 

 

Das Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge (als Kürzel: "MiBERZ") wurde zur internationalen Abschlusstagung des ArchaeoMontan- Projektes des Landesamtes für Archäologie Sachsen am 23.08.2018 eröffnet. 

Dort können Funde aus den hochmittelalterlichen Bergwerken von Dippoldiswalde und Niederpöbel im Original besichtigt werden. 


05.11.2015 „Herausforderung und Chancen des Weltkulturerbetitels `Montanregion Erzgebirge` für die Bergstadt Dippoldiswalde“

Am 05.11.2015 hat der Verein „Mittelalterlicher Bergbau Dippoldiswalde e. V.“ gemeinsam mit dem Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. eine Veranstaltung zu dem o.g. Thema durchgeführt. Die Eröffnung sowie Begrüßung erfolgte durch den Programmleiter Herrn Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschafts-förderung Erzgebirge GmbH in Annaberg-Buchholz.

Die musikalische Begrüßung, vorgetragen vom Friedrich Silcher Chor aus Dippoldiswalde, welcher das kulturelle Erbe der Volkslieder in seinem Liedgut hat, war u. a. auch mit dem Steigerlied „Glück Auf“, ein gelungener Einstand in diese Veranstaltung.

Die Grußworte von OB Herrn Jens Peter erfolgten mit einer klaren Botschaft, „den vorhandenen Schatz zu heben“ und damit die Region aufzuwerten, d.h. die einmaligen im Originalzustand befindlichen Bergbauobjekte aus der Region Dippoldiswalde zu nutzen, indem sie über die Verbindung des international anerkannten UNESCO-Welterbetitels mit der Stadt Dippoldiswalde für die Öffentlichkeit aufmerksam und damit zugänglich gemacht werden.

 Anmerkung: „..im Originalzustand befindliche Bergbauobjekte“ sind gefundene und geborgene Objekte der archäologischen Forschung unter der Leitung von Frau Christiane Hemker, LfA Dresden sowie Untertage befindliche Grubenbaue, die nicht wegen unbedingt notwendiger Sanierungsarbeiten unter der Leitung des OBA Freiberg verändert wurden- also mindestens dokumentiert wurden.

Auch die Vizepräsidentin des Sächs. Landtages Frau Andrea Dombois überbrachte Grußworte und machte ebenfalls auf die, für die Stadt Dippoldiswalde, großen Chancen aufmerksam, welche wir durch den hier gefundenen und dokumentierten mittelalterlichen Bergbau hier in Dippoldiswalde haben.

Einen kurzen Abriss zur Chronik des sächs./böhm. Welterbegedankens stellte Herr Uhlig, Landrat des Landkreises Mittelsachsen a.D. und Vorsitzender des Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V.dar, u.a. auch mit der Erwähnung, dass mit dem Welterbetitel die Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und Enkeln durchgeführt sowie die eigene Identität gefunden werden kann. Beispielsweise erfand S. von Maltitz 1507 in Dippoldiswalde das Nasspochwerk.

Herr Prof. Dr. Helmuth Albrecht, IWTG an der TU Bergakademie Freiberg stellte die Geschichte des UNESCO-Welterbes vor, das 1960 beim Bau des Assuan-Staudammes anlässlich der Rettung der Tempel von Sinbad durch die Zusammenarbeit von über 50 Staaten begann.

Die Unterlagen für den Welterbetitel zur ICOMOS – Prüfung erfolgte 2014, die Experten-Mission wurde im September 2015 durchgeführt. Im März 2016 ist dann die Sitzung des Welterbekomitees mit insgesamt 21 Vertreter.

Herr Matthias Voigt vom WFE Freiberg repräsentierte das Organisationsmanagement, welches in kommunale Trägerschaft ist.

Zum Abschluss sangen alle Teilnehmer gemeinsam das Steigerlied. Eine Danksagung an die Vortragenden erfolgte jeweils mit einem Blumenstrauß und mit einem nachgebildeten Geleucht (Grubenlampe).

Einen „Wermutstropfen“ stellte aber das geringe Interesse der „Dippser“ an der Veranstaltung dar, die eigentlich das Weltkulturerbe mit Leben erfüllen können und sollen. So fehlten trotz persönlicher Einladung durch den Oberbürgermeister die Mehrheit der Stadtverordneten und Ortschaftsräte sowie Gewerbetreibende.

Des Weiteren hatte sicherlich auch die unglückliche Formulierung der Lokalredaktion der „SZ“ in Ihren Anteil daran, die die Veranstaltung als Tagung des Weltkulturerbevereins angekündigte und dies auch auf unseren Hinweis hin nicht berichtigte. Die Bürger wurden damit verunsichert, ob dieser Informationsabend überhaupt für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Andrea Kretschmann/ Rainer Gühne/Bernd Heine vom „Förderverein mittelalterlicher Bergbau Dippoldiswalde e. V.“